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Der Kreuzberg Slam im Kato

Geschrieben von Larsold

Kreuzberg SlamGestern war es wieder soweit: Der monatliche Kreuzberg Slam im Berliner Club „Kato" (U-Bhf. Schlesisches Tor) stand vor der Tür. Nachdem ich ihn, bedingt durch diverse anderweitige Verpflichtungen, zunächst nicht einlassen wollte, entschloss ich mich schließlich doch die Gelegenheit zu nutzen und im Kulturbahnhof Kreuzberg vorbeizuschauen.

Gegen 20:30 Uhr betrat ich den bestenfalls halb gefüllten Zuschauerraum des Kato und konnte mir so eine optimale Sitzgelegenheit sichern. Mit einem gekühlten Getränk in der Hand wartete ich gespannt um zu sehen, wer dieses Mal ans Mikro treten würde um das Publikum mit seinem Gesprochenen zu beglücken. Der Zuschauerraum füllte sich bis gegen 21 Uhr stetig und dann zeigte sich auch, dass die Entscheidung diesen Abend im Kato zu verbringen absolut richtig gewesen war:
Mit Peh, Victoria Louise Seyfried, Sebastian Lehmann, Anselm Neft, Felix Römer, Felix Jentsch und Tobias Kunze wies die Riege der 12 Auftretenden eine ungewohnt hohe Dichte von erfahrungsgemäß sehens- und hörenswerten Slammern auf.

In Runde 1 und 2 gab es eine ausgewogene, aus nachdenklich tiefgründigen und unterhaltsam komischen Auftritten bestehende Textmischung auf die Ohren der Zuschauer. Zur Freude des Publikums hatten sich, nach mehrmaligen nicht eindeutigen Abstimmungsdurchläufen, mit Peh und Anselm sowie Victoria und Felix Jentsch absolute verdient jeweils 2 Teilnehmer aus Runde 1 und 2 für das Finale qualifiziert. Die dritte Runde konnte Tobias Kunze relativ eindeutig für sich entscheiden, so dass die aus 5 durchweg hochwertigen Slammern bestehende Finalrunde sehr unterhaltsam zu werden versprach.

Während in den Vorrunden auch der ein oder andere schwächere Text, in einem Fall sogar eine nahezu beängstigende Darbietung, vertreten war, durfte ich nun dem besten Finale von allen bis dato von mir besuchten Poetry Slams beiwohnen. Die Aneinanderreihung von durchweg guten ernsthaften oder komischen Texten wurde vom Publikum mit einem konstant hohen Applauspegel belohnt. Letztlich hatte dann Tobi Kunze mit einer eindrucksvollen Darbietung seines Texts "Wenn Speisen kreisen" die Nase vorn und konnte sich die Siegprämie in Form des Alkoholiker-Einsteigerpakets, bestehend aus einer Flasche Tequila, einer Zitrone und einem Päckchen Salz, sichern.

Während die Qualität der bisher von mir besuchten Kreuzberg Slams eher durchwachsen war, beschreibt der Ausdruck „Großes Kino" den gestrigen Abend ziemlich treffend. Ich verbleibe in der Hoffnung, dass auch die nächsten Slams ähnlich erlebenswert sein werden.
Viel Spaß wünsche ich nun mit einer Version des gestrigen Gewinnertexts „Wenn Speisen kreisen" von Tobias Kunze.
 

 

Des Weiteren möchte ich endlich einen Auftritt der gestrigen Mitfinalisten Peh verlinken, von der ich schon mehrere, sehr gut performte Texte live erleben durfte.

 

 

Den nächsten Kreuzberg Slam gibt es am 5. August. Die nächsten Poetry Slams in Berlin und Potsdam finden aber noch im Juli im Kuze (Potsdam, 02.07.), im Rosis (Berlin, 04.07.) und im Festsaal Kreuzberg (Berlin, 18.07.) statt. Nähere Infos zu den Veranstaltungszeiten und -orten der Slams in und um Berlin findet Ihr im Folgenden unter den verwandten Links.
 

Verwandte Links:
Der Potslam in Potsdam
Der Rosislam in Berlin
Der Kreuzbergslam in Berlin
Der Bastardslam in Berlin

Kommentare (2)Add Comment
Wenn Kunst weh tut
geschrieben von Katotoffel, Juli 09, 2008
Wenn Kunst weh tut ist sie entweder richtig schlecht oder richtig gut. Bei richtig schlecht tun mir meist die Zehen weh weil sich meine Fußnägel um 90 Grad gedreht haben und sich nun durch die Socke gegen das Schuhleder drückend in mein Nagelbett bohren. Richtig guten Schmerz hingegen durfte ich vor wenigen Tagen bei oben beschriebener Veranstaltung erleben. Gefühlte 150 Dezibel laute Lach-, Klatsch-, Kreisch- und Stampfgeräusche suchten beim Poetry Slam im Kato fortwährend Einlass in meine Gehörgänge. Die dabei an meinem Trommelfell entstandenen Vibrationsschwingungen erinnerten mich kurzzeitig an die vertikale Ausdehnung eines Trampolins dessen zartes Gewebe genüsslich durch die fette Wampe eines 200kg Mannes penetriert wird. Und das tat weh - richtig weh. Doch zum Glück blieb alles ganz, der Tinnitus ließ im Laufe der Nacht nach und morgens erwachte ich mit der wohligen Erinnerung an den besten Poetry Slam den ich je erleben durfte.
Die Kolumne lebt weiter
geschrieben von Larsold, März 01, 2009
An alle Interessierten:

Die Kolumne "Slammin' Poetry" hat nun ein eigenes Zuhause unter "www.slammin-poetry.de" und freut sich dort auf Euren Besuch!
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