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Bundesweite Zunahme von Unfällen mit Gifttieren

Geschrieben von Inq
Vogelspinne PETAWann kommt das Haltungsverbot in Brandenburg? PETA Deutschland e.V. appelliert an Landesregierung und weist auf die Gefahren von privater Exotenhaltung hin

VogelspinneGerlingen - In einem Schreiben an die Landesregierung in Brandenburg sowie an alle Fraktionen fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. ein Verbot zur Haltung gefährlicher und giftiger Tiere in privaten Haushalten. Die Organisation reagiert damit auf die Zunahme von Vergiftungen durch Stiche oder Bisse von Schlangen, Skorpionen, Vogelspinnen & Co., worauf das Deutsche Ärzteblatt bereits 2004 hinwies.

Durch den massiv zunehmenden Handel mit diesen Tieren, die schnelle Überforderung der Tierhalter aber auch durch hohe Kosten in der Haltung durch spezielle Pumpen und Wärmelampen, nehmen nach Ansicht von PETA Deutschland e.V. auch Tieraussetzungen stark zu. Sie fordern die Politik auf, dem Beispiel von Hessen zu folgen, wo die Haltung von gefährlichen und giftigen Tieren durch Privatpersonen seit Oktober 2007 verboten ist.

Bereits vorhandene Tiere mussten in Hessen gemeldet werden. In diesem Zusammenhang habe das Regierungspräsidium die erschreckende Zahl von 2.515 gefährlichen Wildtieren allein in Südhessen ermittelt, darunter Hunderte von Vipern, Klapperschlangen, Giftnattern, Pfeilgiftfrösche u.v.a. hochgiftige Tiere."In Brandenburg werden die Zahlen nicht anders aussehen. Es ist absurd, beim Pitbull die harte Schiene zu fahren, während sich jeder giftige Exoten halten kann, die Menschen leicht töten können." so Carola Schmitt, Sprecherin von PETA Deutschland e.V. „Nicht vorzustellen, wenn ein solches Tier ausbüxt und sich auf einem Kinderspielplatz einnistet. Dem ungebremsten Trend zu exotischen Tieren muss entgegengehalten werden. Immer extravaganter, immer gefährlicher sollen die Tiere
sein und das ist nicht im Interesse der Öffentlichkeit."

Nach §11c des Tierschutzgesetzes sei die Abgabe von Wirbeltieren an Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten zwar unzulässig, aber auch in der Hand von Erwachsenen seien die Nachbarn von Haltern giftiger Tiere keineswegs sicher. In den letzten Jahren sind Reptilienbörsen wie Pilze aus dem Boden gewachsen und die Angebote im Internet und Zoohandel nehmen besorgniserregend zu.

Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) wurden in 2006 nach Deutschland 94.373 Reptilien und 1351 Amphibien eingeführt. Erfasst seien hier nur die Tiere, die einen geschützten Status haben. Die Zahl der nichtgeschützten Arten liege um ein vielfaches höher, das BfN drücke es wie folgt aus: „Die geschützten Arten machen maximal ein Fünftel des tatsächlichen Exoten-Imports aus". Demnach seien in 2006 fast eine halbe Million exotische Tiere nach Deutschland eingeführt worden, die illegalen Einfuhren noch gar nicht mitgerechnet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.peta.de/exoten

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