
Nach einer arbeitsreichen und Kräfte zehrenden Woche besuchte ich gestern, am Karfreitag, den Bastardslam im Berliner Bezirk Kreuzberg. Schon seit einigen Tagen hatte ich mich auf diesen Abend gefreut, da in der illustren Riege der angekündigten Slammer auch meine zwei persönlichen Favoriten vertreten waren. Um 21 Uhr betrat ich also, gegen 5 Euro Gebühr, den bereits gut gefüllten Festsaal Kreuzberg in der Skalitzer Straße 130 und erblickte schon im Eingangsbereich erste Poeten-Prominenz.
Als Moderator eröffnete der Berliner MC „Gauner" den Abend und kündigte auch gleich die in 3 Gruppen unterteilten 12 Poeten an, unter denen auch einige Nicht-Berliner angereist waren. Die Auslosung der Startreihenfolge erfolgte unter Einbeziehung des Publikums und auf Grundlage einer leicht dubios anmutenden Berechnungslogik, die so richtig wohl nur der Moderator selbst vollständig erfasste. Nach kurzen Additions-Divisions-Subtraktions-Experimenten waren aber schnell Ergebnisse zwischen 1 und 4 erzielt, so dass die auserkorenen Poeten ans Mikro treten konnten.
Das Spektrum der vorgetragenen Texte reichte von ernsthaft über witzig bis abstrakt und ließ keine Langeweile aufkommen. Die erste Vorrunde konnte Andy Strauss mit einem surreal anmutenden Text über seine neidisch beäugte, faul herumhängende Wanduhr für sich entscheiden. Runde 2 gewann, sehr zu meiner Freude, Phillip „Scharri" Scharrenberg mit seinem Gedicht über ein Verb, das mit seiner Wortidentität haderte und sich anschickte ein Nomen zu werden. Die dritte Vorrunde ging klar an Sulaiman Masomi und seinen treffsicheren satirischen Beitrag „Ein Kanake sieht rot".
Im anschließenden Finale setzte sich Sulaiman dann mit dem Text „Ich, der vergesslichste Mensch an den ich mich erinnern kann" relativ knapp vor Scharris „Briefträger von Fabuland" durch und wurde so zum abendlichen Sieger gekürt.
Fazit:
Der knapp dreistündige Bastardslam war ein kurzweiliger Abend, mit vielen interessanten und einigen höchst unterhaltsamen Darbietungen, den ich absolut weiter empfehlen möchte. Sulaiman Masomi wird als Titelverteidiger übrigens auch beim nächsten Bastardslam am 18. April teilnehmen. Als Kostprobe verweise ich auf seine nachfolgend verlinkte Darbietung des Textes „Ein Kanake sieht rot".
Eure Meinung zu dem Gezeigten in Form eines Kommentars ist übrigens jederzeit willkommen.
Verwandte Links:
Vorankündigungen zum Bastardslam in Kreuzberg
http://www.spokenwordberlin.net/
Sulaiman Masomi auf Myspace
http://www.myspace.com/sulaiman79
superscharri.de - Homepage von Phillip Scharrenberg
http://www.superscharri.de/
establishmensch.de - Homepage von Andi Strauss
http://www.establishmensch.de/

Im Rosislam in Berlin war ich noch nicht aber beim Potsdamer "Potslam". Sehr zu empfehlen, außer vielleicht für Nichtraucher ;)