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Wildschweine sind unterwegs

Geschrieben von Redaktion
wildschwein.jpgDerzeit gibt es im Jagdrevier Stahnsdorf/Kleinmachnow 67 Rehe, 10 Hasen und 45 Füchse. Wildschweine sind - weil Wechselwild - zahlenmäßig nicht zu erfassen, wie die Jagdgenossenschaft kürzlich mitteilte. Keine gesundheitlichen Gefahren drohen durch Füchse, weder Tollwut noch Bandwürmer werden derzeit festgestellt, allerdings breitet sich die Räude aus, die auch Haustiere befallen kann.

Auffällig ist, dass sowohl Füchse als auch Wildscheine mittlerweile „zivilisiert" sind und ihre natürliche Scheu vor dem Menschen und damit oft auch ihren Fluchtinstinkt abgelegt haben. Gut gefüttert fühlen sie sich auch in Ortslagen ausgesprochen heimisch, wie in jüngster Zeit viele Kleinmachnower erleben mussten.

wildschwein_2.jpgDurch den Ort streifen derzeit drei Bachen mit zahlreichen Frischlingen. Grund für das verstärkte Aufkommen derzeit ist wahrscheinlich die anhaltende Trockenheit. Die Tiere fanden außerhalb weniger zu fressen, doch in den gut gewässerten Gärten lockten Würmer und jede Menge andere Leckereien. Bisher kam es jedoch zu keinen gefährlichen Begegnungen mit den Schwarzkitteln, bei der Menschen zu Schaden gekommen wären.

Die Ausnahmegenehmigung für die Jagdausübung innerhalb der Ortslage Kleinmachnow auf öffentlichem Straßenland sowie auf zwei Grundstücken gilt noch bis Juni, die Verlängerung bis Ende 2007 wurde beantragt - erweitert um den Bannwald. Das heißt aber nicht, dass der alarmierte Jäger auf jeden Fall zum Schuss kommt. Zum einen sind die Tiere vor seinem Eintreffen meist längst wieder verschwunden, zum anderen muss er absolut freies Schussfeld haben, denn er trägt das Risiko, wenn etwas schief geht, und dabei geht es nicht nur um Gefahr für Leib und Leben, sondern auch um mögliche Sachschäden.

Wenn Wildschweine in Wohngebieten auftauchen, kann das Ordnungsamt (Tel.: 877-2111, -2121, - 2201, 2211) den Jagdpächter informieren. Sollte allerdings „Gefahr im Verzug" sein, so ist die Polizei zu rufen, mit deren Unterstützung kann auch der Jäger seinen Einsatz möglicherweise verantworten.

Ab Juni wird zur Jagd aufs Schwarzwild geblasen. Bachen und Eber haben allerdings noch Schonzeit. Geschossen werden dürfen zunächst nur Frischlinge und Jährlinge, die allerdings, so Jagdpächter Hans Diwiszek, auch den größten Schaden anrichten.

Kommt es zu Begegnungen mit Schwarzwild heißt es:

  • Ruhe bewahren und zurückziehen.
  • Hunde auf jeden Fall anleinen.
  • Die Tiere keinesfalls bedrängen oder gar versuchen, sie zu verjagen, denn erst wenn sie sich bedroht fühlen, werden sie gefährlich.

Auch Vorsorge für das eigene Grundstück ist zu empfehlen:

  • Jegliche Fütterung ist zu unterlassen (gilt auch für Füchse). Der Jagdpächter will Zuwiderhandlungen künftig zur Anzeige bringen!
  • Keinerlei Lebensmittelreste auf den Komposthaufen geben, damit wird das Wild (und auch Ratten) angelockt.
  • Für stabile undurchlässige Zäune sorgen, deren Maschenwerk einen halben Meter tief in die Erde reichen und dort nach außen gebogen werden sollte.

Der Jagdpächter kündigte an, auf geeigneten freien Flächen das Wild durch fachgerechte Fütterung regelmäßig anzulocken, damit die Jäger dort „ansitzen" und sicher zum Schuss kommen können.

Diwiszek betonte in diesem Zusammenhang, dass ihm das Wild nicht gehört, und er auch nicht verantwortlich dafür ist, dass sie in die Orte vordringen. Auch sind seine vier Jäger nicht hauptberuflich tätig, sondern in ihrer Freizeit nach Feierabend. Das heißt, sie bekommen kein Honorar, wenn Sie zu besorgten Bürgern fahren, die Wildschweine gesichtet haben. Gerne stehen sie dabei beratend zur Verfügung, doch wie gesagt, einen Abschuss können sie höchst selten wagen.

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